Kultur

Asmus-Bremer-Denkmal

5 MinAltstadt

Frei zugänglich

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Am Rand des kleinen Platzes zwischen Holstenstraße und dem Verlagshaus der Kieler Nachrichten sitzt ein Mann auf einer Bank unter einem Baum – und wer sich danebensetzt, teilt sich den Platz mit einem Bürgermeister, der seit über dreihundert Jahren tot ist. Asmus Bremer, geboren vor 1652, gestorben am 31. Juli 1720, war hier in Kiel zu Hause. Er begann 1670 an der noch jungen Christian-Albrechts-Universität Jura zu studieren, arbeitete erst als Anwalt, dann als Richter, wurde 1688 Ratsherr und 1702 schließlich Bürgermeister. Bis zu seinem Tod prägte er die Stadt – mit einer Unterbrechung, denn 1711 fiel der gesamte Kieler Rat beim Herzog in Ungnade, und Bremer wurde seines Amtes enthoben. Erst 1713 wurde er wieder als Bürgermeister eingesetzt.

Berühmt aber wurde er weniger als Stadtoberhaupt denn als Chronist: Sein „Chronicon Kiliense tragicum-curiosum" beschreibt Unglücksfälle und Verbrechen, die sich zwischen 1432 und 1717 in Kiel begeben haben – eine Fundgrube für jeden, der wissen will, was in der alten Stadt geschah.

1982 schuf die Künstlerin Frauke Wehberg die etwa 1,4 Meter hohe Bronzefigur. Sie zeigt Bremer bewusst nicht überlebensgroß und dem Volke entrückt auf einem hohen Sockel wie die Denkmäler für Kaiser Wilhelm I. oder Bismarck, sondern leicht verkleinert und entspannt sitzend, mitten im Trubel seiner Mitbürger – einer von ihnen, kenntlich nur an seiner historischen Kleidung. Und Bremer lebt weiter: Beim Volksfest Kieler Umschlag wird jedes Jahr „Bürgermeester sin Büx" aus dem Turm von St. Nikolai gehisst und eröffnet damit das Fest.

Wusstest du?
  • Bronzefigur von Frauke Wehberg, 1982, ca. 1,4 m hoch.
  • Asmus Bremer war 1702–1720 Bürgermeister von Kiel.