Architektur

Dänische Straße

10 MinAltstadt

Frei zugänglich

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Wer in Kiel echtes Altstadtgefühl sucht, muss die Dänische Straße finden – denn viel ist davon nicht übrig geblieben. Angelegt wurde sie schon 1242, bei der Stadtgründung Kiels. Sie verband den Markt mit dem Dänischen Tor am nördlichen Stadtrand, und als „via danica" führte sie ins dänische Herzogtum Schleswig – daher der Name.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wollte Kiel seiner neuen Aufgabe als kaiserlicher Reichskriegshafen und Großstadt gerecht werden und zerstörte dabei seinen historischen Stadtkern. Die Gasse wurde von 6,50 auf 13 Meter verbreitert, fast alle alten Häuser fielen. Nur zwei überstanden den Eingriff: das Wohnhaus Nummer 20 und der Warleberger Hof.

Dieser Hof, ab 1616 erbaut, ist der letzte erhaltene Adelspalais der Stadt und der einzige erhaltene Privatbau aus der Zeit vor 1864 in der Kieler Altstadt – sogar die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs überstand er ohne größere Schäden. Seit 1970 beherbergt er das Kieler Stadtmuseum.

Achten Sie am Eingang vom Markt auf den gusseisernen Kandelaber von 1856: das letzte erhaltene Zeugnis der ehemaligen Kieler Gasbeleuchtung, längst elektrifiziert. Am anderen Ende steht „Kilia", eine idealisierte Frauengestalt aus Bronze von 1889, geschaffen vom gebürtigen Kieler Bildhauer Eduard Lürssen. Sie krönte einst einen monumentalen Brunnen, den die Stadt Kiel Prinz Heinrich anlässlich seiner Hochzeit für den umgebauten Schlosshof schenkte. 1977 kehrte die Figur nach Kiel zurück und steht seither in der Dänischen Straße mit Blick zum Schloss – die seit 1973 Fußgängerzone ist.

Wusstest du?
  • 1242 mit der Stadtgründung angelegt; Name von der „via danica“.
  • Seit 1973 Fußgängerzone; einzige Straße mit Altstadtflair.