Strand

Falckensteiner Strand

120 MinFriedrichsort

Frei zugänglich (kurtaxfrei); Parkplätze kostenfrei

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Wer am Falckensteiner Strand steht, blickt auf eine der engsten Stellen der Kieler Förde – und auf fast vier Jahrhunderte Geschichte. Der breite Sandstrand zieht sich am Westufer der Förde rund zwei Kilometer weit dahin, vom Leuchtturm Friedrichsort, der auf einer kleinen Insel liegt, nach Norden bis zur Grenze des Ortsteils Kiel-Schilksee. Er gilt als der längste Badestrand Kiels und liebevoll als „Hausstrand der Kieler" – an warmen Tagen breiten Familien und Sonnenhungrige hier ihre Decken aus, während draußen die Schiffe vorbeiziehen.

Und die ziehen tatsächlich nah vorbei. Eine Besonderheit ist der rege Schiffsverkehr vom und zum Nord-Ostsee-Kanal und zum Kieler Hafen, wenige hundert Meter vor dem Strand. Genau hier, an der Friedrichsorter Enge, ist die Förde nur etwa 0,9 Kilometer breit – ihre schmalste Stelle. Zur Kieler Woche hat man von hier einen besonders guten Blick auf die Windjammerparade, wenn die großen Segler die Förde hinausziehen.

Falckensteiner Strand
Falckensteiner Strand.Unknown author Unknown author, 1926 · CC BY-SA 3.0 DE · Quelle

Dass es hier so eng zugeht, hat den Ort über Jahrhunderte zu einem strategischen Riegel gemacht. Ab 1632 ließ der dänische König Christian IV. während des Dreißigjährigen Krieges an der engsten Stelle der Förde eine Festung anlegen, um Kiel und den Süden seines Reiches gegen die Schweden zu sichern. Sie wurde zunächst Festung Christianspries genannt; ab 1663 ließ Friedrich III. sie neu erbauen und in Festung Friedrichsort umbenennen. Den Namen des Strandes selbst lieferte das Fort Falckenstein, eine Befestigung auf dem Braunen Berg, die der Sicherung der Festung Friedrichsort diente und 1919 geschleift wurde.

Auch der Leuchtturm am Südende erzählt von dieser Enge. Seit 1815 brennt an der Friedrichsorter Enge ein Leuchtfeuer; zwischen 1853 und 1864 stand auf der vorgelagerten Sandbank eine eiserne Leuchtbake. Nachdem diese durch Eisgang zerstört worden war, wurde 1866 an dieser Stelle ein Leuchtturm aufgebaut, der 1889 auf 14,5 Meter erhöht wurde. Über hundert Jahre später, ab 1965, begann der Bau des heutigen, 31,7 Meter hohen Stahlbetonturms, der am 29. Oktober 1971 in Betrieb ging und bis heute die Einfahrt in den Kieler Hafen weist.

Strand im Winter
Strand im Winter.Magnussen, Friedrich, 1963-01 · CC BY-SA 3.0 DE · Quelle

Doch der Falckensteiner Strand ist nicht nur Geschichte, sondern auch Natur. Im Norden begleiten 50 bis 100 Meter breite Dünenflächen mit Strandhafer, Dünenrosen und Sanddorn den Strand, dahinter steigt das bewaldete Gelände des Braunen Bergs an. Unter Wasser liegt in etwa zwei bis vier Metern Tiefe eine ausgedehnte, dichte Seegraswiese, und 2001 wurde mit rund 500 Findlingen ein Riff angelegt. Der Küstenabschnitt zwischen dem Leuchtturm Friedrichsort und dem Olympiazentrum Schilksee ist ein gesetzlich geschützter mariner Lebensraum. Vor allem im südlichen Abschnitt gehört der Strand zu den bekanntesten und meistgenutzten Tauchplätzen der Region.

Heute teilt sich der Strand in einen bewachten Badebereich von rund 1.850 Metern, einen unbewachten Abschnitt und einen eigenen Hundestrand. Zur Ausstattung gehören Spielplatz, Beachvolleyball, Minigolf, Gastronomie, ein rollstuhlgerechter Steg sowie kostenfreie Parkplätze – und der Strand ist kurtaxfrei. Im Sommer ist er auch mit den Fördeschiffen zu erreichen. So verbindet sich hier alles, was Kiel ausmacht: Wasser, Wind, Segel und ein weiter Blick übers Meer.

Wusstest du?
  • Längster Badestrand Kiels: rund 2,8 km, davon ca. 1.860 m bewacht und 300 m Hundestrand
  • Naturbelassene Küstendünen und Strandwälle, Teil eines Landschaftsschutzgebiets