Geschichte

Faulstraße

5 MinAltstadt

Frei zugänglich

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Wer durch die Faulstraße geht, läuft an einem Stück mittelalterlichem Kiel entlang – denn ihr auffälliger Bogen ist kein Zufall. Die Straße verläuft im Bogen parallel zur ehemaligen Stadtmauer, von der Holstenstraße bis zur Küterstraße. Kiel selbst war jung: 1242 hatte die Stadt das Lübische Stadtrecht erhalten, und ihr Kern lag auf einer ehemaligen Halbinsel zwischen der Förde und dem Meeresarm „Kleiner Kiel“.

Angelegt wurde die Gasse 1320 – und sie trug von Anfang an einen wenig schmeichelhaften Namen: „Platea immunda“, die „unsaubere Straße“. Der Grund lag im Wortsinn auf der Straße. Hinter der Stadtmauer befand sich ein Platz, wo die Abfälle aus der Stadt abgeladen wurden und wo es daher übel roch. Aus dem Schmutz wurde der Name: 1476 hieß sie „Vulstrate“, 1730 „Fuhl Straße“ – der Schmutz, niederdeutsch „Vul Tüch“, gab der Straße ihren Namen. Die heutige Form „Faulstraße“ wurde 1799 erstmals aufgeführt, im „Taschenbuch für die Einwohner der Stadt Kiel“.

In den Wintermonaten der Jahre 1853 bis 1859 wohnte hier ein berühmter Gast: Der niederdeutsche Dichter Klaus Groth hatte in der Nummer 17 eine Junggesellenwohnung – bei „Mutter Brandis“, einer Witwe, die als konzessionierte Pfandleiherin Zimmer vermietete. In ebendiesen Jahren arbeitete Groth an Erweiterungen seines berühmten Gedichtbands „Quickborn“.

Und die alte Mauer? Sie meldete sich noch einmal: Am 27. Juli 1968 kam an dieser Stelle ein Stück der alten Kieler Stadtmauer wieder ans Tageslicht.

Wusstest du?
  • 1320 erstmals als „Platea immunda“ erwähnt.
  • Ihr Bogen bildet den Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ab.