Geschichte

Gewerkschaftshaus (Gedenktafel 1918)

5 MinBrunswik

Frei zugänglich (Außenansicht)

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Wer an der Legienstraße steht, blickt auf ein selbstbewusstes Backsteinhaus – und auf den Ort, an dem 1918 ein Stück deutsche Geschichte geschrieben wurde. Errichtet wurde es 1904 bis 1907 nach Plänen des Architekten Carl Voss; den Grundstein legte man am 4. Oktober 1904, eingeweiht wurde das Haus am 26. Juli 1907 vom Gewerkschaftsführer Carl Legien, nach dem die Straße seit 1923 benannt ist – zuvor hieß sie Fährstraße. Damals vereinte das Gebäude eine Herberge für wandernde Arbeiter, Büros, Versammlungssäle, eine Bibliothek und eine Gaststätte mit großem Saal unter einem Dach.

Im November 1918 wurde dieses Haus zum Schauplatz der Revolution. Schon am Abend des 1. November trafen sich hier rund 250 Matrosen, Heizer und Unteroffiziere; am 3. November strömten über 5.000 Menschen zusammen. In einigen der Zimmer und Büros ließ sich der Soldatenrat nieder und begann sogleich zu arbeiten. Dem Kieler Arbeiter- und Soldatenrat diente das Gewerkschaftshaus als Versammlungsort. Und hier einigten sich Vertreter der Marineangehörigen und der Arbeiter am frühen Morgen des 5. November auf die "14 Kieler Punkte", die Forderungen der Aufständischen, die in den folgenden Tagen von vielen weiteren Räten in ganz Deutschland übernommen wurden.

Eine Gedenktafel würdigt seit November 1978, dem 60. Jahrestag, diese Rolle. Ihre Inschrift lautet: "In diesem Haus tagte Anfang November 1918 der Kieler Arbeiter- und Soldatenrat. Er gab den entscheidenden Anstoss zur Ausrufung der ersten deutschen Republik am 9. November 1918 in Berlin." Bis heute ist das Haus Sitz des DGB.

Wusstest du?
  • Erbaut 1904–1907 von Carl Voss.
  • Gedenktafel seit dem 9. November 1978, dem 60. Jahrestag der Revolution.