Architektur

Holstenfleet (Kleiner Kiel-Kanal)

5 MinAltstadt

Frei zugänglich

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Bis 1904 war hier offenes Wasser: Ein Kanal verband den Bootshafen direkt an der Förde mit dem Kleinen Kiel am Rand der Altstadt. Dann riss man die alte Holstenbrücke ab und schüttete die Verbindung zu – bis auf ein 230 Meter langes Rohr, durch das das Wasser fortan unsichtbar floss. Mehr als ein Jahrhundert lang beherrschte an dieser Stelle eine breite, vielspurige Verkehrsschneise das Bild, die Fußgänger auf schmale Gehwege drängte.

Nach der Kieler Woche 2017 begann der große Umbau. Die bgmr Landschaftsarchitekten um Dirk Christiansen und sein Berliner Team, die den Realisierungswettbewerb gewonnen hatten, holten das Wasser zurück – als Holstenfleet. Statt eines durchgehenden Kanals legten sie eine Folge flacher Wasserbecken an, die den historischen Stadtgraben nachzeichnen: Rund um die bepflanzten Inseln steht das Wasser nur etwa 50 Zentimeter hoch, gereinigt durch eine Schilfrohrfiltration, gesäumt von ungarischen Linden und Sumpfeichen, mit hölzernen Boardwalks und Sitzstufen am Wasser. Über allem liegt ein fröhliches Streifenmuster im Pflaster, das Wasserseite und Verkehrsfläche zu einem einzigen Platz verbindet – einem „shared space“, den sich Busse, Taxis, Radfahrer und Fußgänger teilen.

Den Namen wählten die Kieler mit: In einer Leserabstimmung der Kieler Nachrichten setzte sich „Holsten-Fleet“ mit über der Hälfte der Einsendungen durch; die Ratsversammlung machte daraus im Herbst 2020 das Holstenfleet. Eröffnet wurde die neue Wasserachse am 20. August 2020. 2021 wurde sie beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis ausgezeichnet.

Wusstest du?
  • 2017–2020 nach Entwurf von bgmr Landschaftsarchitekten gebaut.
  • Mehrfach mit Architekturpreisen ausgezeichnet.