Kultur

Kilia-Brunnen

5 MinAltstadt

Frei zugänglich

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Wer durch die Dänische Straße schlendert und an deren oberem Ende vor dem Gebäude des Landeskirchenamtes anhält, blickt einer Frau aus Bronze ins Gesicht, die für die ganze Stadt steht: Kilia. Auf dem Kopf trägt sie eine Mauerkrone, auf dem Brustpanzer das Kieler Stadtwappen, in den Händen einen Lorbeerkranz und – als Symbol für eine kluge Staatsführung – ein Ruder. Geschaffen hat diese idealisierte Stadtgöttin Eduard Lürssen, ein in Kiel geborener, in Berlin wirkender Bildhauer.

Die Figur war ein Geschenk: Die Stadt Kiel schenkte den Brunnen Prinz Heinrich von Preußen und seiner Braut Irene von Hessen, die am 24. Mai 1888 geheiratet hatten. Übergeben wurde das Werk am 1. Mai 1890. Doch statt öffentlich aufgestellt zu werden, kam die Kilia auf Wunsch des Prinzen in den nicht öffentlich zugänglichen inneren Schlosshof, der durch die Gebäude für die Öffentlichkeit nicht einsehbar war – dort, abseits aller Blicke, stand sie.

Dann begann ihre lange Wanderung. Als Prinz Heinrich in den Revolutionstagen im November 1918 das Kieler Schloss verließ, verschwand die Figur vom Brunnen. 1923 ließ der Prinz sie auf sein Gut Hemmelmark bringen; der Magistrat entsprach dieser Bitte. Erst 1977 kehrte Kilia nach Kiel zurück – Prinzessin Barbara von Preußen, Enkelin des Hochzeitspaares von 1888, stimmte der Rückgabe zu. Seither schmückt die Bronzeplastik den Fußgängerbereich der Dänischen Straße nahe dem Schlossgarten. Im Mai 2021 kehrte sie nach einer Restaurierung wieder auf ihren Sockel zurück.

Wusstest du?
  • Von Eduard Lürssen, übergeben am 1. Mai 1890.
  • Kehrte 1977 in die Dänische Straße zurück.