Architektur

Landesbank-Hochhaus am Kleinen Kiel

5 MinVorstadt

Frei zugänglich (Außenansicht)

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Wenn man vom Wasser des Kleinen Kiels heraufblickt, erhebt sich hier ein Turm, wie es ihn in Kiel selten gibt. Die Stadt wurde nach den Zerstörungen des Krieges überwiegend schlicht wiederaufgebaut – dieser Bau dagegen trägt das Selbstbewusstsein der frühen Bundesrepublik offen zur Schau.

Zwischen 1953 und 1955 entstand am Martensdamm der Neubau der Landesbank und Girozentrale. Entworfen haben ihn die Hamburger Architekten Hermkes, Sander und Zess, zusammengeschlossen in der Architektengemeinschaft Grindelberg. Auf Bernhard Hermkes gehen unter anderem die Grindelhochhäuser in Hamburg und das markante Audimax der Universität Hamburg zurück. Am 27. Juni 1955 wurde das Kieler Haus feierlich eröffnet – mitten in einer Zeit, in der das Land sich Stück für Stück aus den Trümmern zurückarbeitete.

Der Bau folgt dem klassischen Schema der 1950er Jahre: ein aufragendes Hochhaus über einem breiten, niedrigen Sockelbau. Heute steht er als Kulturdenkmal unter Schutz, eingetragen aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen.

Achten Sie auf die Rasenfläche vor dem Eingang: Dort steht seit 1960 eine Bronzefigur, "Der Wächter" von Kurt Lehmann. Kantig und stark abstrahiert ist sie mehr zu erahnen als zu erkennen – ihr Schöpfer war 1955 auf der ersten documenta in Kassel vertreten und brach hier bewusst mit jeder Naturtreue.

Die Bank selbst hat ihren Namen oft gewechselt: 2003 ging die Landesbank Schleswig-Holstein in der HSH Nordbank auf, die seit 2019 Hamburg Commercial Bank heißt. Der Turm am Kleinen Kiel aber ist geblieben.

Wusstest du?
  • Errichtet 1953–1955 als Landesbank und Girozentrale.
  • Entwurf von Bernhard Hermkes – Beispiel der Kieler Nachkriegsmoderne.