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Leuchtturm Friedrichsort

15 MinFriedrichsort

Von außen frei zu sehen; die Leuchtturminsel ist nicht zugänglich

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Wer am Falckensteiner Strand in Friedrichsort steht und über das Wasser blickt, sieht ihn sofort: einen grün-weißen Turm, der scheinbar mitten in der Kieler Förde aus dem Wasser wächst. Tatsächlich steht der Leuchtturm Friedrichsort auf einer kleinen, eigens aufgespülten Sandinsel von rund 1.500 Quadratmetern – genau dort, wo die Förde an der Friedrichsorter Enge auf etwa 0,9 Kilometer zusammenrückt. Wer mit dem Schiff von der Ostsee nach Kiel oder zu den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals will, kommt an diesem Nadelöhr nicht vorbei.

Leuchtturm Friedrichsort
Leuchtturm Friedrichsort.Hartz, Hans, um 1927 · CC BY-SA 3.0 DE · Quelle
Leuchtturm Friedrichsort
Leuchtturm Friedrichsort.Magnussen, Friedrich, 1968-06-26 · CC BY-SA 3.0 DE · Quelle

Kein Wunder, dass die Geschichte hier weit zurückreicht – und sie beginnt nicht mit einem Leuchtturm, sondern mit einer Festung. Schon 1631 ließ der dänische König Christian IV. an dieser schmalsten Stelle der Förde die Festung Christianspries errichten. 1634 nahmen schwedische Truppen sie ein; die Anlage wurde später geschleift und verfiel. Sein Nachfolger Friedrich III. baute die Festung zwischen 1663 und 1667 neu auf und gab ihr den Namen, den der Stadtteil bis heute trägt: Friedrichsort.

Neuer und Alter Leuchtturm Friedrichsort
Neuer und Alter Leuchtturm Friedrichsort.Magnussen, Friedrich, 1970-05 · CC BY-SA 3.0 DE · Quelle

Das Leuchtfeuer kam später. 1807 wurde auf der Prinz-Georg-Bastion der Festung eine hölzerne Leuchtbake errichtet, die allerdings erst 1815 in Betrieb ging. Zwischen 1853 und 1864 stand auf der vorgelagerten Sandbank eine eiserne Leuchtbake. Nachdem sie der Eisgang zerstört hatte, entstand 1866 der erste richtige Leuchtturm, anfangs rund elf Meter hoch und 1889 auf 14,5 Meter erhöht. Doch mit den wachsenden Schiffen wurde auch er irgendwann zu klein.

Leuchtturm Friedrichsort
Leuchtturm Friedrichsort.Magnussen, Friedrich, 1971-10-29 · CC BY-SA 3.0 DE · Quelle

Der Turm, den man heute sieht, wurde von 1965 bis 1971 gebaut und am 29. Oktober 1971 in Betrieb genommen. Er ist 31,7 Meter hoch, rund aus Stahlbeton gegossen und ruht auf zwölf bis 36 Meter langen Stahlbetonbohrpfählen, die ihn tief im Grund der Förde verankern – das Aufspülen der Insel und der Bau auf diesem Untergrund waren entsprechend anspruchsvoll. Sein weißes Licht reicht bis zu sieben Seemeilen, also etwa 13 Kilometer, weit auf die Ostsee hinaus. Das Feuer ist in zehn Sektoren mit drei verschiedenen Taktkennungen gegliedert, an denen die Schiffsführung ablesen kann, ob sie noch im sicheren Fahrwasser ist. Oben steht heute niemand mehr: Der Turm wird von der Verkehrszentrale im fernen Travemünde ferngesteuert. Turm und Insel sind als Kulturdenkmal der Stadt Kiel eingetragen.

Leuchtturm Friedrichsort
Leuchtturm Friedrichsort.Magnussen, Friedrich, 1967-07-05 · CC BY-SA 3.0 DE · Quelle

Am eindrucksvollsten ist die Enge, wenn die großen Schiffe kommen. Weil sich der gesamte Verkehr hier bündelt, lassen sich Frachter, Fähren und Kreuzfahrtschiffe vom Strand aus besonders gut beobachten. Einen besonderen Moment liefert die Kieler Woche: Bei der Windjammerparade ziehen die Großsegler auf nordöstlichem Kurs an Friedrichsort vorbei und passieren dabei den Leuchtturm – ein Bild, für das sich der Weg an den Strand allemal lohnt.

Wusstest du?
  • Grün-weißer Stahlbeton-Leuchtturm auf einer kleinen Sandinsel in der Förde
  • Steht an der Friedrichsorter Enge, der mit ~1,9 km schmalsten Stelle der Förde