Strand Schilksee
Strandzugang frei; Parkplätze am Olympiazentrum [pruefen]
Schilksee ist der einzige Ort, an dem Kiel an die offene Ostsee grenzt – im Norden der Stadt, an der Kieler Förde, liegt hier der längste Strand der Landeshauptstadt. Der Name reicht erstaunlich weit zurück: Auf einen hier lebenden Adligen, Thimmo de Skildekesse, geht die erste Nennung zurück, die 1274 im Kieler Stadtbuch erscheint. Weil Schilksee nördlich der Levensau lag, gehörte es – anders als Kiel – weder zum Heiligen Römischen Reich noch zum Deutschen Bund, sondern zum Herzogtum Schleswig und damit zu Dänemark. Erst 1876, wenige Jahre nach der Annexion des Herzogtums, wurde Schilksee preußische Landgemeinde; zum 1. April 1959 gab es seine Selbständigkeit auf und wurde Stadtteil von Kiel.

Wer heute über die Treppenanlagen hinabsteigt, ahnt von dieser langen Geschichte wenig. Vor einem liegt ein breiter, feiner Sandstrand: über 800 Meter bewachter Badestrand, an dem in der Saison die DLRG ein Auge auf die Schwimmerinnen und Schwimmer hat, dazu ein Abschnitt, der als FKK-Bereich genutzt wird, und ein eigener Hundestrand. Das Besondere: Vorgelagerte Wellenbrecher sorgen für ruhiges Wasser, der Einstieg bleibt bis zu den steinigen Wellenbrechern recht flach – so wird das Baden auch für Kinder zu einem sicheren Vergnügen. Für die Pause gibt es Strandkörbe zum Mieten, einen Kiosk, Toiletten, ein Beachvolleyballfeld und Tretboote zum Ausleihen; davor liegt ein großer, kostenloser Parkplatz.

Was Schilksee aber endgültig berühmt machte, war der Sommer 1972. Als die Olympischen Spiele nach München kamen, segelte die Welt vor Kiel: Vom 29. August bis 8. September 1972 wurden vor dem Olympiazentrum Schilksee die Wettfahrten in sechs Bootsklassen ausgetragen – Finn, Flying Dutchman, Starboot, Tempest, Drachen und Soling. Die Entscheidung für den Bau der Wettkampfstätten war am 18. März 1967 gefallen, der Baubeginn folgte am 13. Oktober 1969. Aus dem Boden wuchs ein ganzes Zentrum: Parallel zum bereits vorhandenen Hafen entstand ein langgestreckter, etwa 300 Meter langer, versetzt gebauter Beton-Querriegel mit 400 Wohnungen, einer Zuschauer-Terrasse, Geschäften, Bootshallen und einer Schwimmhalle. Der eigens angelegte Segelhafen zählt bis heute zu den größten an der gesamten deutschen Ostseeküste.

Direkt neben dem Strand reiht sich also Mast an Mast. Auf der Aussichtsplattform der Hafenmeisterei erinnert noch die Fackel des olympischen Feuers an jene Tage. Und das Areal ist kein Museum: Seit 1988 ist es Teil des Olympiastützpunkts, und Jahr für Jahr wird Schilksee zur Kieler Woche wieder zum Austragungsort der Segel-Wettkämpfe, wenn vor der Förde die Segel gesetzt werden.
Auch die Anreise passt zum maritimen Charakter: Schilksee ist mit mehreren Buslinien erreichbar – und in den Sommermonaten legt sogar die Förde-Fähre der Linie F1 hier an, sodass man aus der Stadt direkt übers Wasser zum Baden kommt.
- Feiner Sandstrand am Westufer der Außenförde, direkt neben dem Olympiazentrum
- Rund 830 m bewachter Badestrand plus ein ~370 m langer FKK-Bereich