Geschichte

Aegidienstraße

10 MinAltstadt
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Die Aegidienstraße führt vom Klingenberg in West-Ost-Richtung bis zur Nordseite der St.-Aegidien-Kirche, wo sie auf Balauerfohr, Stavenstraße und die St.-Annen-Straße trifft. Schon 1286 ist sie urkundlich belegt, damals lateinisch als „Platea Sancti Egidii". Ihren Namen verdankt sie dem heiligen Ägidius, dem die Kirche am Straßenende geweiht ist – die kleinste und östlichste der Lübecker Innenstadtkirchen. Rund um St. Aegidien lag das alte Handwerkerviertel, das sich am östlichen Abhang des Altstadthügels in Richtung Wakenitz ausbreitete. So prägten über Jahrhunderte Werkstätten und Wohnhäuser diese stille Gasse im südöstlichen Teil der Altstadtinsel.

Das auffälligste Haus ist die Nummer 22, ein spätbarockes Palais, das um 1779 errichtet wurde – einer der wenigen erhaltenen spätbarocken Adelshöfe der Altstadt, ein zweigeschossiger Bau mit elf Achsen und Mansarddach. Bis zur Einführung der Hausnummern trug es den Namen Geverdeshof. Von 1803 bis 1848 gehörte es Johann Siegmund Mann (1761–1848), dem Urgroßvater der Schriftsteller Thomas und Heinrich Mann. Wenige Schritte weiter, nahe der Kirche, steht das klassizistische Backstein-Pastorat von St. Aegidien, errichtet 1826 bis 1828. So reiht die ruhige Gasse Jahrhunderte aneinander: mittelalterliche Parzellen, spätbarocke Pracht und klassizistische Strenge.

Wusstest du?
  • Erstmals 1286 als „Platea Sancti Egidii" urkundlich belegt.
  • Das spätbarocke Palais Nr. 22 (früher Geverdeshof, um 1779) gehörte 1803–1848 Johann Siegmund Mann (1761–1848), dem Urgroßvater von Thomas und Heinrich Mann.