An der Mauer
Diese ruhige Straße verdankt ihren Namen einer schlichten Tatsache: Sie verlief direkt entlang der Stadtmauer, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde und Lübeck umgürtete. Aus der Ortsangabe „an der Mauer" wurde mit der Zeit der Straßenname. Heute zieht sich der Weg über rund 620 Meter am südöstlichen Rand der Altstadtinsel, beginnt an der Mühlenstraße gegenüber der Musterbahn und endet an der Fleischhauerstraße.
Lange war hier nur die westliche Seite bebaut, und das eher bescheiden: Die Randlage im Schatten der Befestigung galt als wenig attraktiv, während die Ostseite von der Mauer und ihren Türmen eingenommen wurde. Erst mit dem fast vollständigen Abbruch der mittelalterlichen Stadtmauer im Jahr 1853 verlor die Straße ihren namensgebenden Nachbarn.
Wer genau hinschaut, entdeckt das Mittelalter dennoch. Drei Fachwerkhäuser von 1672 stehen unmittelbar auf der alten Befestigung: Nummer 47 ist in einen halbrunden Festungsturm des 13. Jahrhunderts eingebaut, die Nummern 49 und 51 lehnen sich an erhaltene Reste der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert – Mauerwerk, das hier bis heute in der Bausubstanz weiterlebt. Im Jahr 1884 wurde der Name dann auf den südlichen Abschnitt beschränkt; der nördliche Teil heißt seither Wakenitzmauer.
- Die Straße ist rund 620 Meter lang und verläuft am südöstlichen Rand der Lübecker Altstadtinsel von der Mühlenstraße bis zur Fleischhauerstraße.
- Das Fachwerkhaus Nr. 47 von 1672 ist in einen halbrunden Festungsturm des 13. Jahrhunderts eingebaut, die Nummern 49 und 51 lehnen sich an Reste der Stadtmauer.