Beckergrube
Die Beckergrube gehört zu jenen schmalen "Gruben", die in Lübeck wie Speichen vom Rücken des Altstadthügels hinab zur Trave laufen. Ihr lateinischer Name "Fossa pistorum", die Bäckergrube, verrät, wer hier einst wohnte und arbeitete: die Bäcker. An der gemeinsamen Kreuzung mit der Pfaffenstraße zweigt sie von der Breiten Straße ab und bildet heute eine der zentralen Querachsen zwischen westlichem und östlichem Altstadtufer, von der Untertrave bis zur Kanaltrave. Die Blickachse zielt über den Fluss direkt auf die Musik- und Kongresshalle.
Berühmt aber ist die Beckergrube für ihre Bühnentradition. 1753 richtete Hermann Hinrich Schröder im einstigen Lüneburger Hof ein einstöckiges Logentheater ein und begründete damit die bis heute gepflegte Theatergeschichte dieser Straße. Aus ihr ging das heutige Theater Lübeck hervor: Am 1. Oktober 1908 öffnete der reich verzierte Jugendstilbau des Dresdner Architekten Martin Dülfer seine Pforten – ermöglicht durch eine großzügige Grundstücksschenkung des Senators Emil Possehl, dessen Firma bis heute weiter unten in der Straße ihren Sitz hat.
So mischt sich hier Theaterglanz mit Geschäften, Cafés und alten Bürgerhäusern; mehrere Bauten stehen unter Denkmalschutz. Wer die Beckergrube hinabgeht, durchschreitet Jahrhunderte Lübecker Alltags – vom Bäckerhandwerk über die Bühne bis zum heutigen Stadtleben.
- Der lateinische Name der Straße lautete "Fossa pistorum" – die Bäckergrube –, weil hier einst die Bäcker wohnten.
- Die Lübecker Theatertradition in der Beckergrube reicht bis 1753 zurück, als Hermann Hinrich Schröder im Lüneburger Hof ein einstöckiges Logentheater einrichtete.