Dankwartsgrube
Die Dankwartsgrube zählt zu den ältesten Straßen Lübecks. 1259 taucht sie erstmals urkundlich auf, mit dem lateinischen Namen „Fossa Tanquardi" – Dankwarts Grube. Der Name geht auf einen Dankwart aus der Frühzeit der Stadt zurück, doch um welchen Dankwart es sich handelte und in welchem Verhältnis er zur Straße stand, bleibt bis heute unklar. Auf rund 310 Metern führt die Gasse vom Pferdemarkt westwärts hinab Richtung Trave – das Wort „Grube" steht in Lübeck für eine tiefer gelegene Gasse, die zu einem Wasserlauf hin abfällt.
Vom Mittelalter bis in die 1930er Jahre galt die Dankwartsgrube als Wohngebiet der ärmsten Unterschicht. Lärmintensive Schmiedewerkstätten arbeiteten hier, und vor allem prägten besonders enge, verschachtelte, düstere und ungesunde Gänge das Viertel, in denen die Armen hausten. Erst 1937 wurde das Gängeviertel zwischen Dankwartsgrube und Hartengrube umfassend saniert.
Beim Luftangriff am 29. März 1942 zerstörten die Flammen eine Häuserreihe auf der Nordseite des östlichen Abschnitts, die Nummern 2 bis 22. Ansonsten zeigt die Dankwartsgrube ein weitgehend geschlossenes historisches Bild mit zahlreichen Giebelhäusern aus Spätmittelalter und Renaissance, von denen viele unter Denkmalschutz stehen. Wer die Augen offen hält, entdeckt die Zugänge zu Lübecker Gängen wie dem Kellings Gang oder dem Nagelschmieds Gang – stille Zeugen jener verschachtelten Welt von einst.
- 1259 erstmals urkundlich erwähnt als "Fossa Tanquardi" – eine der ältesten Straßen Lübecks.
- Bis in die 1930er Jahre Wohngebiet der ärmsten Unterschicht, geprägt von Schmiedewerkstätten und engen Armengängen.