Geschichte

Depenau

20 MinAltstadt
Erzählung wird geladen

Wer in der Depenau steht, ahnt kaum, dass diese stille Gasse Filmgeschichte schrieb. 1921 nutzte Friedrich Wilhelm Murnau die enge Straße als Kulisse für eine der ikonischsten Szenen seines Stummfilms "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens": eine schier endlose Reihe von Särgen, die durch die Gasse getragen wird, während der Tod über die Stadt hereinbricht. Bis heute lässt sich die abschüssige Linie der Gasse zur Trave hin erahnen, die der Szene ihre beklemmende Tiefe gab.

Der Name verrät die wahre Herkunft des Ortes. "Depenau" ist Niederdeutsch für "tiefe Au" und meint einen Bach mit tiefem Grund, der einst vom Klingenberg hinab zur Trave floss. Urkundlich taucht die Gasse 1289 erstmals als "Depenowe" auf, 1330 als "Dipenowe", 1608 als "Depenow"; seit 1695 ist die heutige Form gebräuchlich, 1852 wurde sie amtlich festgeschrieben.

Trotz schwerer Verluste beim Luftangriff vom 29. März 1942, der die historischen Gebäude der Südseite auf halber Straßenlänge zerstörte und später durch die Rückwand eines Parkhauses der 1950er Jahre ersetzte, haben sich Schätze erhalten: der 1616 bis 1622 errichtete Renaissance-Stiftshof für unverheiratete Frauen bei Nummer 10 bis 12, ein Speicher von 1767, der heute zur Musikhochschule gehört, und giebelständige Bürgerhäuser aus Mittelalter und Renaissance bei den Hausnummern 31, 33, 35 und 37.

Wusstest du?
  • 1921 nutzte Friedrich Wilhelm Murnau die Depenau als Kulisse für die Sargprozessions-Szene seines Stummfilms "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens".
  • Der niederdeutsche Name "Depenau" bedeutet "tiefe Au" und erinnert an einen Bach mit tiefem Grund; urkundlich erstmals 1289 als "Depenowe" erwähnt.