Drehbrücke
Hier, wo die Trave die Altstadtinsel von der Wallhalbinsel trennt, steht ein Stück hanseatischer Ingenieurskunst, das seit über 130 Jahren in Bewegung bleibt. Die Drehbrücke wurde 1892 von der Gutehoffnungshütte aus Oberhausen errichtet, im Zuge des großen Ausbaus der Lübecker Stadthäfen nach den Plänen des Wasserbauingenieurs Peter Rehder. Als kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke beschleunigte sie vor allem den Verkehr der Hafenbahn und verband die wachsenden Umschlagplätze mit der Altstadt; das Hafengleis wurde 2014 stillgelegt und kurz darauf entfernt.
Das Faszinierende verbirgt sich in der Mechanik. Wird der Weg für ein Schiff gebraucht, hebt sich das rund 350 Tonnen schwere Bauwerk aus genietetem Stahlfachwerk an und dreht sich um bis zu 56 Grad zur Seite – und das in nur etwa drei Minuten. Den Kraftaufwand übernimmt eine Hydraulik, deren Druckmittel schlicht normales Leitungswasser ist. Gesteuert wurde die Brücke lange von Hand mit Hebeln aus dem Brückenwärterhaus auf der Wallhalbinsel; seit 2005 erledigt das eine elektronische Steuerung.
Fachleute nennen den Typ präzise eine Fachwerkträger-Hub-Drehbrücke. Ihr technischer und historischer Rang ist amtlich anerkannt: Seit dem 5. Januar 1990 steht die Hafendrehbrücke unter Denkmalschutz – ein bewegliches Denkmal mitten im Lübecker Hafenbild.
- 1892 von der Gutehoffnungshütte aus Oberhausen erbaut.
- Das rund 350 Tonnen schwere Bauwerk dreht sich in etwa drei Minuten um bis zu 56 Grad – angetrieben von einer Hydraulik mit Leitungswasser als Druckmittel.