Effengrube
Kaum 80 Meter misst diese unscheinbare Gasse, die im südwestlichen Marien-Quartier der Altstadt vom Großen Bauhof hinunter zur Obertrave führt - und doch reicht ihr Name tief ins Mittelalter zurück. 1263 taucht die Effengrube erstmals in den Quellen auf, damals lateinisch als "Fossa Offekini" verzeichnet. Pate stand ein gewisser dominus Offeco de Moisling, der schon laut dem ältesten Oberstadtbuch von 1227 hier Grundbesitz hatte. Über die Jahrhunderte schliff sich "Offekini" zu "Effen" ab; ihre heutige Schreibweise wurde erst 1852 amtlich festgelegt.
Wer hier entlangschlendert, steht an einem der ältesten Wohnplätze der Stadt: Die Häuser Effengrube 18 und 22 werden auf die Zeit um 1290 bis 1304 datiert. Die Südseite der Gasse fiel im Bombenangriff von 1942 fast vollständig den Flammen zum Opfer, während die Nordseite die Zerstörung überstand.
Den eigentlichen Schatz der Effengrube findet man aber hinter den Fassaden. Schmale Durchgänge öffnen sich zu versteckten Innenhöfen - den berühmten Lübecker Gängen und Höfen, von denen die Stadt noch rund 90 bewahrt. Sie entstanden ab dem 14. Jahrhundert, als die Bevölkerung sprunghaft wuchs und Hausbesitzer winzige Wohnungen, sogenannte Buden, in ihre Hinterhöfe bauten. Hier liegen der Grützmacher-Hof bei Nummer 14, der Rademacher-Hof und Blohms Gang bei Nummer 20, benannt nach Hans Blohme, dem am Ende des 16. Jahrhunderts fast das ganze Gelände bis zur Obertrave gehörte.
- Erstmals 1263 als "Fossa Offekini" erwähnt - benannt nach dominus Offeco de Moisling, der 1227 hier Grundbesitz hatte; der heutige Name wurde 1852 amtlich festgelegt.
- Die Häuser Effengrube 18 und 22 zählen zu den ältesten Lübecks und werden auf etwa 1290 bis 1304 datiert.