Geschichte

Engelswisch

20 MinAltstadt
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Der Name klingt nach Engeln und Wiesen, doch er führt in die Irre. 1294 taucht die Gasse erstmals als „Goldoghenstrate" auf, benannt nach der Ratsherrenfamilie Goldoge, die im 13. Jahrhundert in diesem Gebiet Grundstücke besaß. Als der alte Familienname verblasste, half man sich anders: 1398 erscheint die „Englische Wisch" – nach den nahen Anlegeplätzen der nach England fahrenden Handelsschiffe und nach „Wisch", dem niederdeutschen Wort für Wiese. Seit 1852 trägt die Straße amtlich den heutigen Namen Engelswisch.

Rund 220 Meter zieht sie sich in einem weit geschwungenen Bogen durch das nordwestliche Marien-Magdalenen-Quartier der Altstadtinsel und verbindet die Große Altefähre mit der Engelsgrube. Ihr Glück liegt im Ausbleiben eines Unglücks: Der Luftangriff vom März 1942, der weite Teile Lübecks zerstörte, traf diese Gasse nicht. So blieb ein geschlossenes, historisch gewachsenes Straßenbild erhalten, dessen Häuserkerne teils bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen.

Wer in die Seitenwege blickt, betritt eine andere Welt: Vom Engelswisch zweigen der Hellgrüne und der Dunkelgrüne Gang ab, schmale Wohngänge hinter den Vorderhäusern. Bei Grabungen kam zudem der älteste gewerblich genutzte Backofen Lübecks ans Licht, datiert auf 1307 – ein Fund aus jener Tiefe, denn das Bodenniveau ist hier seit dem 13. Jahrhundert durch Aufschüttungen um rund drei Meter angestiegen.

Wusstest du?
  • Seit 1852 amtlich Engelswisch – zuvor 1294 als Goldoghenstrate erwähnt (nach der Ratsherrenfamilie Goldoge), um 1398 als Englische Wisch nach den Anlegeplätzen der nach England fahrenden Handelsschiffe.
  • Bei Ausgrabungen wurde der älteste gewerblich genutzte Backofen Lübecks von 1307 gefunden; das Bodenniveau ist seit dem 13. Jahrhundert um rund drei Meter angestiegen.