Geschichte

Fleischhauerstraße

20 MinAltstadt
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Wo heute kleine Buchhandlungen, Galerien und Cafés zum Bummeln einladen, hingen vor Jahrhunderten die Schlachtbänke: Die Fleischhauerstraße trägt ihren Namen seit dem Mittelalter, als sich hier die fleischverarbeitenden Berufe ansiedelten – die Fleischhauer, also die Fleischer, und die Küter, die Schlachter. Im Lateinischen hieß die Gasse Platea carnificum, Straße der Fleischhauer. Sie zählt zu den ältesten Straßen Lübecks und wird bereits 1263 urkundlich erwähnt.

Die Straße gehört zu den sogenannten Rippenstraßen, die bei der mittelalterlichen Stadtplanung quer über den Rücken der Altstadtinsel angelegt wurden. Sie beginnt an der Breiten Straße gegenüber dem Rathaus und fällt von dort in drei Abschnitten nach Osten hinab in die einstige Niederung der Wakenitz. Die Küter betrieben über dem Fluss ihr Schlachthaus, das erst 1876 abgerissen und durch einen Schlachthof zwischen Schwartauer Allee und Katharinenstraße ersetzt wurde.

Mit der Einführung der Gewerbefreiheit 1867 löste sich die alte Konzentration der Fleischer auf; zunächst zogen zahlreiche Schulen ein. Im Haus Nr. 106 bestand bis 2002 Lübecks letzte Rossschlachterei. Nach einer Neugestaltung des mittleren Abschnitts bis 2005 ist die Fleischhauerstraße heute – wie die parallele Hüxstraße – ein lebendiges Quartier des inhabergeführten Einzelhandels und gehört zum Lübecker Weltkulturerbe.

Wusstest du?
  • Bereits 1263 urkundlich erwähnt und damit eine der ältesten Straßen Lübecks.
  • Der lateinische Name lautete Platea carnificum – Straße der Fleischhauer.