Geibel-Denkmal
In Bronze sitzt er auf seinem Stein, versunken und nach innen gekehrt: Emanuel Geibel, geboren 1815 in Lübeck, gestorben 1884, zu Lebzeiten einer der gefeiertsten Lyriker Deutschlands. Von ihm stammt das bis heute gesungene Lied „Der Mai ist gekommen". Seine Vaterstadt ehrte ihn als Stadtdichter und Ehrenbürger.
Am 15. Oktober 1889, fünf Jahre nach seinem Tod, wurde dieses Denkmal aufgestellt. Geschaffen hat es der Karlsruher Bildhauer Hermann Volz (1847–1941), der den Poeten in klassischer, in sich versunkener Sitzhaltung darstellte. Errichtet wurde es auf dem damals Kaufberg genannten Platz, der an jenem Tag feierlich in Geibelplatz umbenannt wurde – ein mit Bäumen, Hecken und Grüninseln gestalteter Schmuckplatz.
Doch der Ruhm verblasste. 1936 ließ die Stadtverwaltung nach Plänen des Baurates Hans Pieper den inzwischen stark ausgewachsenen Platz trotz heftiger Proteste in eine Verkehrsfläche mit Parkplätzen umgestalten. Das Standbild wich auf eine schmale Restfläche neben das mittelalterliche Heiligen-Geist-Hospital. Auf einem 1936 eigens errichteten schlichten Ziegelsockel sitzt Geibel seither, am Rand des heutigen Koberg – sinnbildlich für einen Dichter, dessen Verse einst jedes Kind kannte und den heute kaum noch jemand liest.
- Der Karlsruher Bildhauer Hermann Volz (1847–1941) schuf das Bronzedenkmal, das am 15. Oktober 1889 aufgestellt wurde.
- Geibel gilt als Stadtdichter und Ehrenbürger Lübecks; von ihm stammt das Lied „Der Mai ist gekommen“.