Geschichte

Glandorps Gang und Hof

20 MinAltstadt
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Hinter einer unscheinbaren Tür in der Glockengießerstraße liegt der älteste der großen repräsentativen Stiftungshöfe Lübecks. Gestiftet hat ihn der wohlhabende Kaufmann und Ratsherr Johann Glandorp, der 1612 starb. Schon 1603 ließ er den Hof im Stil der Renaissance errichten – mit einem klaren Zweck: vierzehn „Witwen ehrbaren Standes" sollten hier freien Wohnraum finden. Es ist Hanse-Fürsorge in Stein gegossen, getragen vom Reichtum des Fernhandels und von der christlichen Pflicht der Begüterten, für die Armen der Stadt zu sorgen.

Über dem Durchgang des Hauptgebäudes hängt noch heute eine kunstvoll verzierte Kupfertafel mit der Stiftungsinschrift von 1612, daneben erinnert das Familienwappen an den Gründer. Der eigentliche Glandorps Gang kam etwas später hinzu: Nach dem Tod von Glandorps Frau Anna im Jahr 1625 wurden Gang und Hof miteinander verbunden. In dreizehn winzigen „Gangbuden" lebten einst verarmte Witwen auf jeweils nur sechzehn Quadratmetern Grundfläche.

Solche Gänge und Höfe sind Lübecks ganz eigene Erfindung: schmale Wohnwege im Inneren der Häuserblocks, die der Stadt im engen Mauerring zusätzlichen Raum abrangen. Der Glandorps Hof zählt zu den schönsten erhaltenen Beispielen und gehört zum UNESCO-Welterbe der Altstadt. Viele dieser Höfe sind privat – bitte leise und rücksichtsvoll bleiben, denn auch heute wird hier noch gewohnt.

Wusstest du?
  • Mit der Gründung von 1603 gilt der Glandorps Hof als ältester der großen repräsentativen Stiftungshöfe Lübecks.
  • Über dem Durchgang hängt eine verzierte Kupfertafel mit der Stiftungsinschrift von 1612 samt Familienwappen des Gründers.