Klingenberg
Hier, am Klingenberg, stehen Sie am südlichen Gegenstück des Koberg im Norden – an beiden Plätzen treffen sich die großen Nord-Süd-Achsen der Altstadtinsel. Hier vereinigen sich die beiden Hauptachsen des Lübecker Straßensystems, Königstraße und Breite Straße beziehungsweise Sandstraße. Der Name verweist vermutlich auf eine einst „klingende“ Quelle: Die Seitengassen, die zur Trave hinabführen, tragen passend dazu die Namen Depenau, also „tiefe Au“, und Kiesau, „kiesige Au“. Über Jahrhunderte war der Klingenberg der Markt für Schmiedeerzeugnisse; bis heute zweigt nach Norden die Schmiedestraße ab und erinnert an dieses Handwerk. Von der alten Bebauung ist hier kaum etwas geblieben: Beim Bombenangriff auf Lübeck am 29. März 1942 wurde die historische Häuserzeile am Klingenberg nahezu vollständig zerstört. Was Sie heute sehen, entstand bei der Umgestaltung von 2010 bis 2012 im Rahmen des Projekts „Mitten in Lübeck“, das die zentrale Innenstadtachse zwischen Koberg und Klingenberg neu ordnete. Der Platz wurde weitgehend zur Fußgängerzone, mit altstadttypischem, rötlichem Granit belegt und an der Westseite von geschnittenen Linden gerahmt. Zentraler Anziehungspunkt ist die Brunnenanlage aus drei Meter hohen Wasserwänden, in die ein Kiosk und eine öffentliche Toilette integriert sind. So verbindet der Klingenberg mittelalterliche Marktgeschichte, die Narben des Krieges und einen lebendigen, modernen Stadtplatz.
- Der Klingenberg war einst der Markt für Schmiedeerzeugnisse – die nach Norden abzweigende Schmiedestraße erinnert noch heute daran.
- Beim Bombenangriff auf Lübeck am 29. März 1942 wurde die historische Bebauung am Klingenberg nahezu vollständig zerstört.