Kolk
Der Kolk ist eine der stillsten Adressen der Lübecker Altstadt: eine etwa 110 Meter lange Gasse, die von der Holstenstraße abzweigt, sich nach Süden krümmt und zur Großen Petersgrube hinabführt. Der Name verrät, wie hier einst das Wasser floss – im Niederdeutschen meint "Kolk" eine Vertiefung oder Ausspülung in einem Bachlauf, eine vom fließenden Wasser ausgewaschene Mulde. 1334 taucht der Ort erstmals in den Quellen auf, geschrieben als "To dem Kolke".
Wer die Gasse durchschreitet, läuft an einer der ältesten Stellen der ganzen Stadt entlang. Auf der einen Seite ragt eine steile Backsteinmauer empor: Sie stützt das deutlich höher gelegene Plateau des Petrikirchhofs ab, auf dem St. Petri thront. Gegenüber, im Eckhaus Kolk 14, stecken im Keller romanische Mauern aus dem späten 12. Jahrhundert – damit gilt das Gebäude als ältester Profanbau Lübecks; der später aufgestockte Hauptbau wird ins 13. Jahrhundert datiert.
Bei Grabungen am Kolk kam zudem Backsteinmauerwerk zutage, das in die 1170er Jahre weist – zeitgleich mit dem Bau von St. Petri und damit unter den ältesten Backsteinhäusern Nordeuropas. In genau diesem Haus Kolk 14 mit seiner Treppengiebelfassade ist heute das TheaterFigurenMuseum eingerichtet, das den Winkel mit Puppen und Marionetten belebt.
- 1334 erstmals urkundlich erwähnt, geschrieben als "To dem Kolke"; der Name bezeichnet im Niederdeutschen eine vom Wasser ausgewaschene Vertiefung in einem Bachlauf.
- Im Keller des Eckhauses Kolk 14 stecken romanische Mauern aus dem späten 12. Jahrhundert – es gilt als ältester Profanbau Lübecks.