Natur

Krähenteich

20 MinAltstadt
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Das stille Wasser am Fuß der Altstadt ist kein Zufall der Natur, sondern ein Werk mittelalterlicher Ingenieurskunst. Schon im 13. Jahrhundert staute Lübeck die Wakenitz, um seine Mühlen anzutreiben und zugleich die Stadtbefestigung zu wässern. Spätestens 1230 wurde ein Damm auf Höhe des Hüxtertors aufgeschüttet, und mit dem an der Mündung der Wakenitz in die Trave errichteten Mühlendamm stieg der Pegel südlich des Hüxterdamms auf rund 2,4 Meter über dem Normalwasserspiegel der Trave – so bildeten sich die Wasserflächen von Krähenteich und Mühlenteich. Über Jahrhunderte trieb das aufgestaute Wasser hier eine Reihe von Stadtmühlen an.

Beim Bau des Elbe-Lübeck-Kanals zwischen 1896 und 1900 verlor die Wakenitz ihren natürlichen Abfluss. Seither führt ein Düker, ein Wasserrohr unter dem Kanal hindurch, ihr Wasser zuerst in den Krähenteich und dann weiter in den Mühlenteich. Genau zu dieser Zeit, im Mai 1900, eröffnete am Krähenteich eine öffentliche Badeanstalt: Im viktorianischen Stil spannte man eine Steganlage von Ufer zu Ufer, errichtete Pavillons und Umkleidekabinen und trennte die Badezonen streng nach Geschlechtern.

Bis heute ist der Krähenteich ein Naturbad mit großzügiger Liegewiese und echtem Sandstrand mitten auf der Altstadtinsel – eine grüne Oase mit über 150-jähriger Bade-Tradition.

Wusstest du?
  • Spätestens 1230 staute ein Damm am Hüxtertor die Wakenitz; mit dem Mühlendamm an der Trave-Mündung stieg der Pegel südlich des Hüxterdamms auf rund 2,4 Meter über Normalwasser und ließ Krähen- und Mühlenteich entstehen.
  • Seit dem Bau des Elbe-Lübeck-Kanals (1896–1900) fließt die Wakenitz über einen Düker zuerst in den Krähenteich und dann in den Mühlenteich.