Aussicht

Malerwinkel an der Obertrave

20 MinAltstadt
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Vom Westufer der Trave, an der Wallstraße zwischen Possehlstraße und Dankwartsbrücke, fällt der Blick über das Wasser auf die Altstadtinsel – und genau dieser Blick hat dem Fleckchen seinen Namen gegeben. Im 20. Jahrhundert wurde die Stelle bei Malern und Fotografen beliebt, weil sich von hier eine ganz besondere Ansicht ergibt: Die Doppeltürme der Marienkirche scheinen westlich des Turms der Petrikirche zu stehen – obwohl sie in Wirklichkeit einen ganzen Häuserblock weiter östlich aufragen. Wer das einmal weiß, sucht den Trick im Bild und findet ihn nicht, so überzeugend ordnet die Perspektive die Türme neu.

Belegt ist der Name erstmals 1935 auf einer Postkarte des Hamburger Verlegers Hans Andres. Wenig später, 1938/39, nahm Walter Schärffe, Syndikus der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, diesen Blick samt der Bezeichnung in seine Lichtbildvorträge über die Stadt auf.

Die schmale Grünfläche von 1.827 Quadratmetern ist ein Ausläufer der alten Lübecker Wallanlagen zwischen Stadt und Bastion Katz. Über die hölzerne Dankwartsbrücke gelangt man hinüber zur Obertrave mit ihren farbigen Giebelhäusern. Heute ist der Malerwinkel ein stiller Ort zum Innehalten – Schwäne ziehen auf dem Wasser, gegenüber reihen sich Häuser und Kirchtürme zum Panorama, das schon so viele Pinsel und Objektive festgehalten haben.

Wusstest du?
  • Der Name ist erstmals 1935 auf einer Postkarte des Hamburger Verlegers Hans Andres belegt; 1938/39 nahm Walter Schärffe, Syndikus der IHK zu Lübeck, den Blick in seine Lichtbildvorträge auf.
  • Durch die Perspektive scheinen die Doppeltürme der Marienkirche westlich des Petrikirchturms zu stehen, obwohl sie tatsächlich einen Häuserblock weiter östlich liegen.