Geschichte

Marlesgrube

20 MinAltstadt
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Manche Namen geben ihr Geheimnis nie ganz preis. Die Marlesgrube taucht 1266 erstmals auf, lateinisch als "Fossa Marlevi" festgehalten – doch was dieses "Marlevi" bedeutet, weiß bis heute niemand sicher. War es ein Mann namens Marlef, Marten oder Martel? Oder der Ratsherr Marsilius von Hagen, der von 1256 bis 1261 im Lübecker Rat saß? Die Spur verliert sich. Über die Jahrhunderte wandelte sich der Name in immer neuen Schreibweisen, ehe 1852 amtlich "Marlitzgrube" festgelegt wurde – und 1884 schließlich die heutige Form "Marlesgrube".

Rund 280 Meter zieht sich die Gasse durch das Marien-Quartier im Südwesten der Altstadtinsel, von der Höhe hinab zur Trave. Wer hier entlanggeht, liest Lübecker Baugeschichte wie an einer aufgeschlagenen Wand: Renaissance-Backsteingiebel und klassizistische Fassaden im westlichen Teil, dazwischen schmale Gänge und Höfe. Der Leganen-Gang bei Hausnummer 55 hat überdauert, während viele seiner Nachbarn längst verschwunden sind.

Doch die Marlesgrube erzählt auch von Zerstörung. Beim Luftangriff vom 29. März 1942 wurde die östliche Straßenhälfte vollständig vernichtet. Was Sie dort heute sehen, ist Wiederaufbau – Nachkriegsarchitektur neben Jahrhunderten, die den Bomben entgingen. So steht die Gasse für beides: das Rätsel ihres Anfangs und die Wunde ihrer jüngeren Geschichte.

Wusstest du?
  • Der Name geht auf die erste urkundliche Erwähnung von 1266 als lateinisch "Fossa Marlevi" zurück; seine Bedeutung ist bis heute ungeklärt.
  • Beim Bombenangriff vom 29. März 1942 wurde die östliche Hälfte der Straße vollständig zerstört.