Natur

Mühlenteich

20 MinAltstadt
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Wer am Südrand der Altstadtinsel auf dieses stille Wasser blickt, sieht keinen natürlichen See, sondern ein Stück gezähmter Wasserkraft. Der Mühlenteich ist ein abgetrennter Arm der Wakenitz, jenes Flusses, der im Mittelalter zum Antrieb der Lübecker Stadtmühlen aufgestaut wurde. Seit 1289 standen die Mühlen am Mühlendamm im Süden der Altstadt, und 1290 wurde der Mühlendamm aufgeschüttet, um Wasserstau und Bauplätze für die neuen städtischen Wassermühlen zu schaffen. Bis zu sieben Wassermühlen nutzten hier gleichzeitig den Höhenunterschied zwischen Wakenitz und Trave und mahlten Weizen und Roggen für eine mächtige Hansestadt – alles aus der Strömung gewonnen.

Seine heutige, beruhigte Gestalt verdankt der Teich dem Bau des Elbe-Lübeck-Kanals zwischen 1896 und 1900: Damals wurden Krähenteich und Mühlenteich von der Wakenitz abgeschnitten. Seither nimmt das Wasser einen eigenwilligen Weg. Durch den Dükerkanal fließt es über den Düker unter der Kanal-Trave hindurch erst in den Krähenteich, dann unter der Mühlenstraße in den Mühlenteich und schließlich über die Wehranlagen am Mühlendamm in die Stadt-Trave.

Heute liegt über dem Teich eine fast ländliche Stille mitten in der Stadt. Seerosen treiben auf der Oberfläche, Bänke laden zum Verweilen, und über dem gegenüberliegenden Ufer ragen die Türme des Doms auf – ein Panorama, das einst von Mühlrädern, heute von Spiegelungen lebt.

Wusstest du?
  • Seit 1289 standen die Stadtmühlen am Mühlendamm im Süden der Altstadt; 1290 wurde der Mühlendamm aufgeschüttet, um Wasserstau und Bauplätze für die neuen städtischen Wassermühlen zu schaffen.
  • Bis zu sieben Wassermühlen nutzten am Mühlendamm gleichzeitig den Höhenunterschied zwischen Wakenitz und Trave und mahlten Weizen und Roggen.