Geschichte

Große Petersgrube

20 MinAltstadt
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Kaum eine Gasse erzählt Lübecks Baugeschichte so vollständig wie diese: Als Rippenstraße zweigt sie an der Petrikirche von der Schmiedestraße ab und führt vom Sander hinab zur Obertrave, dem alten Binnenhafen. Schon 1285 taucht sie in einer Urkunde als lateinisch "fossa sancti Petri" auf, die Grube Sankt Petri. Ab 1383 nannte man sie niederdeutsch "Petersgrove", ab 1550 "Grote Petergrove", und erst seit 1852 trägt sie ihren hochdeutschen Namen Große Petersgrube. In den frühesten Bauten lagerten die Kaufleute ihre Waren – sie selbst wohnten zunächst noch auf ihren Schiffen.

Wer hier hinabschlendert, liest die Fassaden wie ein Lehrbuch: Backsteingotik, Backsteinrenaissance, Barock und Rokoko bis zum Klassizismus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stehen Haus an Haus. Sein Geburtshaus ließ der Kaufmann Johann Daniel Jacobj 1825 abbrechen und vom dänischen Architekten Joseph Christian Lillie als klassizistischen Neubau errichten – die Häuser Nr. 17 und 19. Haus Nr. 23 zeigt eine Rokokofassade von 1730. Heute residiert in den denkmalgeschützten Bürgerhäusern die Musikhochschule Lübeck, die etwa zwei Drittel des Häuserblocks nutzt. Die ganze Straße zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe der Lübecker Altstadt – ein in sich geschlossenes Ensemble, das ab den 1970er Jahren sorgsam saniert wurde.

Wusstest du?
  • Erstmals 1285 lateinisch als "fossa sancti Petri" urkundlich erwähnt; den hochdeutschen Namen Große Petersgrube trägt sie erst seit 1852.
  • Sein Geburtshaus (heute Nr. 17 und 19) ließ der Kaufmann Johann Daniel Jacobj 1825 abbrechen und vom dänischen Architekten Joseph Christian Lillie klassizistisch neu errichten.