Geschichte

Puppenbrücke

20 MinAltstadt
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Wer vom Bahnhof her auf das Holstentor zugeht, überquert hier die erste aus Stein gebaute Brücke der Hansestadt. Ab 1770 ließ der Rat sie über den Stadtgraben errichten; sie ersetzte einen hölzernen Vorgänger und war binnen rund zwei Jahren vollendet. Die Steinquader kaufte man im holsteinischen Reinfeld, wo das alte Kloster niedergerissen wurde. Stadtbaumeister Johann Adam Soherr hatte den steinernen Bau durchgesetzt, und 1774 beschloss der Rat, ihn zu schmücken: Der Bildhauer Dietrich Jürgen Boy schuf bis 1776 acht Standfiguren – vier männliche und vier weibliche – sowie vier Vasen. Die Gestalten tragen sprechende Namen: Flussgott und Neptun, Merkur und Friede, dazu Eintracht, Vorsicht, Freiheit und der Römer. Jede verkörpert eine Tugend oder Gottheit und führte den Ankommenden gleichsam zur Begrüßung Haltung und Werte der Bürgerstadt vor Augen. Im Volksmund setzte sich rasch ein liebevoll-spöttischer Name durch: Wegen der vielen Bildwerke hieß das Bauwerk bald schlicht Puppenbrücke – und so heißt es bis heute. Als nach der Verlegung des Bahnhofs der Verkehr zunahm, wurde die alte Brücke zu schmal. 1907 entstand der heutige, breitere Neubau, und das gesamte Skulpturenprogramm zog in neuer Anordnung mit um. Die Originale aus Sandstein stehen seit 1984 im St.-Annen-Museum, um sie vor der Luftverschmutzung zu schützen. Auf der Brücke selbst stehen seither Kopien – ein steinernes Empfangskomitee am Tor zur Altstadt.

Wusstest du?
  • Acht Standfiguren – vier männliche und vier weibliche – und vier Vasen schmücken die Brücke; die Figuren tragen Namen wie Neptun, Merkur, Freiheit und Eintracht.
  • Die erste steinerne Brücke entstand ab 1770; 1907 wurde sie durch den heutigen, breiteren Neubau ersetzt.