Schüsselbuden
Der Name dieser rund 230 Meter langen Straße klingt nach Mittelalter, und genau dorthin führt er zurück. „Schüsselbuden" leitet sich vom niederdeutschen Wort für die Verkaufsbuden ab, die einst Schüsseln und ähnliche Erzeugnisse feilboten und die östliche Seite der Straße säumten. Schon 1350 taucht der Name urkundlich auf, damals als „Prope Schottelboden" – „unweit der Schüsselbuden". 1368 ist „Platea dicta Schottelboden", die „Straße genannt Schüsselbuden", belegt, 1436 dann „In Schottelboden". Erst 1852 wurde der heutige Name amtlich festgelegt.
Die Straße verläuft in Nord-Süd-Richtung durch das Marien Quartier im westlichen Zentrum der Altstadtinsel. Sie beginnt an der Kreuzung mit der Mengstraße und mündet, wo Holstenstraße und Kohlmarkt zusammentreffen – ganz im Schatten der mächtigen Marienkirche.
Hier wird auch ein tiefer Bruch der Stadtgeschichte sichtbar: Beim Luftangriff auf Lübeck am 29. März 1942 wurde die jahrhundertealte Bebauung nahezu vollständig zerstört. Selbst der Häuserriegel, der den Schüsselbuden einst vom Westportal der Marienkirche trennte, fiel und wurde nie wieder aufgebaut – so öffnete sich der Blick zur Kirche. Beim Wiederaufbau in den 1950er-Jahren verbreiterte und begradigte man die Straße; ihr Bild prägen heute Zweckbauten der 1950er- und 1960er-Jahre.
- Der Name geht auf Verkaufsbuden für Schüsseln zurück, die im Mittelalter die östliche Straßenseite säumten.
- Schon 1350 urkundlich als „Prope Schottelboden" erwähnt; der heutige Name wurde 1852 amtlich festgelegt.