Teufelsstein an der Marienkirche
An der Südseite von St. Marien, rechts neben dem Eingang auf dem Marienkirchhof, liegt ein großer Granitblock, um den sich Lübecks bekannteste Kirchensage rankt. Als die Bürger nach dem Stadtbrand des 13. Jahrhunderts ihre gewaltige Backsteinkirche errichteten, soll der Teufel geglaubt haben, hier entstehe ein Wirtshaus – ein Ort, der ihm reichlich Seelen zuführen würde. Erfreut packte er beim Bau mit an, und das Werk wuchs in teuflischem Tempo empor. Erst spät erkannte er an den hohen Fenstern die Täuschung: keine Schenke, sondern ein Gotteshaus. Wütend wollte er den Bau mit einem riesigen Felsbrocken zerschmettern. Ein beherzter Bauarbeiter beschwichtigte ihn mit dem Versprechen, nebenan ein Wirtshaus zu errichten – der Ratskeller soll diese Zusage eingelöst haben. Besänftigt ließ der Teufel den Stein neben der Kirche fallen, wo er bis heute liegt. Damit die Geschichte auch sichtbar wird, schuf der Lübecker Bildhauer Rolf Goerler (1927–2006) eine kleine, verschmitzte Bronzefigur. Seit 1999 hockt dieser fröhlich grinsende Teufel auf dem Stein und schaut in die Runde. Wer seine Hörner berührt, dem soll es Glück bringen – weshalb sie von unzähligen Händen golden glänzen.
- Die Bronzefigur stammt vom Lübecker Bildhauer Rolf Goerler (1927–2006) und sitzt seit 1999 auf dem Stein.
- Der Sage nach half der Teufel beim Kirchenbau, weil er ein Wirtshaus vermutete, und wurde mit dem Versprechen eines nahen Wirtshauses – des Ratskellers – besänftigt.