Wahmstraße
Schon 1259 taucht diese Gasse in den Urkunden auf, damals als "platea aurigarum", die Straße der Fuhrleute. 1332 hieß sie auf Niederdeutsch "Waghemannstrate", nach den Wagenleuten, die hier ihre Lasten durch die Stadt zogen. Aus diesem Namen schliff sich über die Jahrhunderte das kurze "Wahmstraße", das die Straße erst seit 1852 offiziell trägt. Volkstümlich verbindet man "Wahm" gern auch mit dem mittelniederdeutschen "wame", dem Bauchleder der Tiere, denn lange galt die Straße als Revier der Gerber und Lederhandwerker, mit allem, was an Geruch und Lärm dazugehörte.
Den eigentlichen Ton aber gaben die Brauer an. Um 1400 wurde die Straße an die Brauerwasserkunst angeschlossen, die sie zuverlässig mit Wasser versorgte, und damit zog das Brauhandwerk hier ein: Zeitweise gab es in der Wahmstraße immerhin 18 Brau- und 3 Malzhäuser. Wer durch ihr Pflaster geht, folgt einer der großen Querverbindungen der Altstadt, der Verlängerung der Holstenstraße bis hinab zur Krähenstraße, mitten im UNESCO-Welterbe.
Versteckt zwischen den Häusern öffnet sich der Von-Höveln-Gang, eine schmale Pforte in eine andere Zeit: Ab 1481 ließ ihn der Lübecker Ratsherr Tidemann Evinghusen als Armenstift mit Freiwohnungen anlegen. Heute reihen sich entlang der Straße sanierte Altstadthäuser, Cafés und Spezialgeschäfte aneinander.
- Erstmals 1259 als "platea aurigarum" (Straße der Fuhrleute) urkundlich erwähnt; den heutigen Namen Wahmstraße trägt sie offiziell seit 1852.
- Um 1400 an die Brauerwasserkunst angeschlossen; zeitweise standen hier 18 Brau- und 3 Malzhäuser.