Natur

Wakenitz

20 MinSt. Gertrud
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Wenige hundert Meter östlich der Lübecker Altstadt verschwindet die geordnete Backsteinwelt – und ein Stück fast unberührter Natur beginnt. Die Wakenitz, ein rechter Nebenfluss der Trave, fließt auf rund 14,9 Kilometern vom Ratzeburger See heran und mündet schließlich in Lübeck in die Trave. Lange lieferte sie den Lübeckern Trink- und Brauchwasser; bereits 1291 kaufte die Stadt das Eigentum am Fluss von Herzog Albrecht II. von Sachsen und staute das Wasser an Hüxter- und Mühlendamm zu Krähen- und Mühlenteich auf.

Anders als fast jeder andere Fluss Norddeutschlands wurde die Wakenitz nie begradigt. Ihre verschlungenen Arme, überhängenden Weiden und stillen Seerosenbuchten erinnerten angeblich seit 1967 so sehr an den großen Strom Südamerikas, dass ihr der Beiname „Amazonas des Nordens" verliehen wurde – ein Name, der bis heute haftet.

Dass dieser Urwald an der Stadtgrenze überlebte, verdankt sich auch einer Grenze: Bis 1989 verlief hier die innerdeutsche Grenze, das Ostufer war Sperrgebiet, jede Bebauung unmöglich. Am Tag der Artenvielfalt 1999 zählten Fachleute in nur 20 Stunden 2066 Tier- und Pflanzenarten, darunter 217 gefährdete. Im selben Jahr wurde der Fluss unter Naturschutz gestellt. Heute ist die Wakenitz ein beliebtes Naherholungsgebiet – per Ausflugsschiff, Kanu oder zu Fuß am Ufer.

Wusstest du?
  • Den Beinamen "Amazonas des Nordens" soll die Wakenitz seit 1967 tragen.
  • Am Tag der Artenvielfalt 1999 wurden in nur 20 Stunden 2066 Tier- und Pflanzenarten gezählt, davon 217 gefährdete.